Willi Holdorf 1968 in Tokio
Willi Holdorf bei seinem Olympiasieg 1968 in Tokio/JPN.

Geschichte des Zehnkampfs

Nüchtern betrachtet besteht der Zehnkampf der Männer aus folgenden Disziplinen:

1. Tag: 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoß, Hochsprung, 400 Meter

2. Tag: 110 Meter Hürden, Diskuswurf, Stabhochsprung, Speerwurf und 1500 Meter

Er ist die Verbindung von Kraft, Koordination, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Ausdauer. Seine Geschichte reicht schon weit zurück. Bereits im alten Griechenland stand ein Fünfkampf (Pentathlon) auf dem Programm der antiken Olympischen Spiele und im vergangenen Jahrhundert gab es Mehrkämpfe auf deutschen Turnfesten – fast immer mit leichtathletischen Disziplinen.

Die ersten Zehnkämpfe mit der heutigen Disziplinfolge wurden 1911 ausgetragen. Am 15. Oktober fand als Test für die Olympischen Spiele 1912 in Stockholm ein Zehnkampf mit drei Teilnehmern statt, der an einem Tag ausgetragen wurde. Zeitgleich fand in Münster die 1. Zehnkampfmeisterschaft der Deutschen Sportbehörde für Athletik (DSBfA; Vorläufer des DLV) statt. – Der erste olympische Zehnkampf 1912 wurde wegen der großen Teilnehmerzahl allerdings auf drei Tage aufgeteilt.



Seit den Spielen in Stockholm gelten die Zehnkämpfer als „Könige der Athleten“. Der König von Schweden erkannte das ungeheure Ausmaß an notwendiger Willenskraft und Konzentration im Verlauf von zwei Tagen mit bis zu 13 Stunden Wettkampfdauer und ehrte den ersten Olympiasieger Jim Thorpe mit den Worten: „Sie sind der wahre König der Athleten!“ Jim Thorpe erregte aber nicht nur wegen seiner für damalige Verhältnisse phänomenalen Leistung Aufsehen. Dem Amerikaner indianischer Abstammung wurde als erstem Leichtathleten wegen Verstoßes gegen die Amateurstatuten – er hatte als Baseballprofi kleine Geldbeträge angenommen – die Olympische Goldmedaille aberkannt. Zehnkämpfer zeichneten sich schon von je her für ihren eigenen Kopf aus.

Zehnkampf, das bedeutet Kampf um Punkte, Zentimeter und Hundertstelsekunden – gegen Hitze, Kälte, Regen und vor allem gegen sich selbst. Wer kennt nicht die Bilder von torkelnden und müden Athleten, die sich nach dem abschließenden 1500-Meter-Lauf in die Arme fallen? Zehnkämpfer sind Gegner und Freunde zugleich, da sie oft im zweitägigem Kampf aufeinander angewiesen sind: Höhen und Tiefen, Hoffnung, Wut, Kampfkraft und Entschlossenheit wechseln sich in kürzesten Abständen ab. Kaum eine andere Disziplin der Leichtathletik hat so viele Schicksale, dramatische Geschehnisse und Legenden zu erzählen, und in kaum einer anderen Disziplin waren deutsche Athleten so erfolgreich wie im Zehnkampf. Namen wie Willi Holdorf, Graf Werner von Moltke, Hans-Joachim Walde, Kurt Bendlin, Joachim Kirst, Guido Kratschmer, Jürgen Hingsen, Siggi Wentz, Thorsten Voss und Christian Schenk sind unvergessen. Fortgesetzt wurden ihre Erfolge in den 1990er-Jahren von Paul Meier und Frank Busemann sowie in den 2000ern von André Niklaus (Hallen-Weltmeister 2006) und Michael Schrader (Vize-Weltmeister 2013).

Top Ten 2015

1. 8462 Kazmirek, Kai

2. 8419 Schrader, Michael

3. 8380 Freimuth, Rico

4. 7847 Stauß, René

5. 7827 Nowak, Tim

6. 7826 Behrenbruch, Pascal

7. 7635 Wieland, Luca

8. 7588 Merten, Nils

9. 7542 Nungeß, Hendrik

10. 7522 Scherfose, Patrick

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