Mit dem 100-Meter-Sprint beginnt der Zehnkampf – meistens am frühen Morgen. Voraus geht eine etwa vierstündige Vorbereitung, da der Kreislauf diese Zeit braucht, bis er vollständig wach ist. Der 100-Meter-Sprint ist ein guter Gradmesser für den weiteren Verlauf des Zehnkampfs: Zum einen wird hier eine für den Wettkampf entscheidende Fähigkeit abgeprüft – die Schnelligkeit –, zum anderen ist es für die Psyche des Zehnkämpfers wichtig, hier schon ein gutes Punktepolster einzufahren. Seit 2010 darf sich nur noch ein Zehnkämpfer einen Fehlstart leisten. Beim zweiten Fehlstart – egal wer diesen verursacht – wird der Athlet disqualifiziert.

Eine Zehntelsekunde bringt 22 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Ashton Eaton (USA) 10,21 Sekunden (2012))

Die Kunst beim Weitsprung ist es, mit der Schnelligkeit des Sprints den nur 20 Zentimeter breiten Absprungbalken optimal zu treffen und die Schnelligkeit in Weite umzusetzen. Die Anlauflänge beträgt zwischen 40 und 50 Meter. Wichtig ist die richtige Wettkampfführung: Die meisten Zehnkämpfer springen im ersten Versuch „auf Sicherheit“, um der Gefahr von drei ungültigen Versuchen entgegenzuwirken. Erst dann riskiert er mehr.

Für zehn Zentimeter erhält der Athlet 24 Punkte.

Beste Leistung beim Zehnkampf: Ashton Eaton (USA) 8,23 Meter (2012)

Die Kugel hat wie die der Spezialisten ein Gewicht von 7,26 Kilogramm, einen Durchmesser von mindestens 110 und höchstens 130 Milimeter. Der Stoß erfolgt aus einem betonierten Kreis von 2,135 Meter Durchmesser; dabei muss die Kugel in einem Wurfsektor landen. Die meisten Zehnkämpfer verwenden die Angleittechnik, da sie eine größere Sicherheit bietet. Einige scheuen das Risiko der größeren Streuung (sowohl in der Stoßweite, als auch in der Stoßrichtung) nicht und stoßen mit der Drehstoßtechnik, die biomechanisch betrachtet eine größere Weite ermöglicht.

Für 15 Zentimeter erhält der Athlet 10 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Mike Smith (CAN) 17,54 Meter (1997)

Die Schwierigkeit für den Zehnkämpfer beim Hochsprung ist der vertikale Absprung – nur hier muss er sein erheblich höheres relatives Körpergewicht als es die Spezialisten haben, senkrecht gegen die Schwerkraft bewegen. Dieses versuchen mittlerweile alle Zehnkämpfer mit dem Fosbury-Flop. Der Straddle ist nicht mehr erwähnenswert, auch wenn Christian Schenk 1988 bei seinem Olympiasieg mit dieser Technik sensationelle 2,27 Meter übersprang. Die Latte wird im Zehnkampf immer um 3 Zentimeter erhöht.

Für einen Zentimeter erhält der Athlet 10 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Christian Schenk (DDR) 2,27 Meter (1988)

Der 400-Meter-Lauf ist ein Sprint, der über einen Zeitraum von ca. 47 bis 52 Sekunden durchgeführt wird. Die Länge und die Art der Belastung sorgen dafür, dass der Zehnkämpfer seine Muskulatur stark übersäuert. Die Kunst des 400-Meter-Sprints liegt darin, diese Übersäuerung so lange wie möglich bei hohem Tempo gering zu halten. – Nach dem Lauf beginnen sofort die Vorkehrungen für den nächsten Tag: Die Physiotherapeuten behandeln die kleinen Wehwehchen des ersten Tages und sorgen für erste Regenerationsmaßnahmen, individuell unterschiedlich hat der Zehnkämpfer ein Auslaufprogramm. Zudem ist es wichtig, schnell seine Kohlenhydratspeicher aufzufüllen.

Für 0,50 Sekunden erhält der Athlet 24 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Ashton Eaton (USA) 45,00 Sek. (2015)

Die Vorbereitung auf diese äußerst anspruchsvolle Disziplin ist zeitlich ähnlich der des 100-Meter- Sprints. Viele Zehnkämpfer lockern und Erwärmen ihre Muskulatur schon vor dem Frühstück – auch möchten sie mit einem leichten Lauf ihren Kreislauf etwas anregen, da jeder Zehnkämpfer den kräftezehrenden ersten Tag spürt. Die Schwierigkeit dieser Disziplin besteht darin, die zehn Hürden mit einer Höhe von je 1,067 Meter und einem Abstand von 9,14 Meter rhythmisch zu übersprinten.

Die erste Disziplin des zweiten Tages ist wieder ein Gradmesser für den weiteren Zehnkampf, da sie Aufschluss darüber gibt, ob der Athlet den ersten Tag gut verkraftet hat.

Für 0,10 Sekunden erhält der Athlet 12 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Damian Warner (CAN) 13,44 Sekunden (2015)

Die Schwierigkeit beim Diskuswerfen liegt in der Umstellung vom gradlinigen linearen Hürdensprint auf die „einzige” Rotationsbewegung im Zehnkampf: Die zwei Kilogramm schwere Diskusscheibe wird mit einer anderthalbfachen Drehung aus einem 2,50 Meter Durchmesser großen Betonring geworfen. Die großen Probleme der Zehnkämpfer zeigen sich in den vielen Fehlversuchen beim Diskuswurf. Diese Disziplin erfordert viel Erfahrung. Ein Grund dafür, warum sie eher von älteren Athleten beherrscht wird.

Der Athlet erhält für 1 Meter 20 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Bryan Clay (USA) 55,87 Meter (2005)

Technisch die wohl schwierigste Disziplin im Zehnkampf – erfordert sie die Schnelligkeit eines Sprinters, die Sprungfähigkeit eines Weitspringers und die Geschicklichkeit eines Turners. Neben Koordination und Konzentration erfordert er auch jede Menge Kondition, dauert er oft über vier Stunden. Dass alles ist manchmal zu viel verlangt für einen Zehnkämpfer: In keiner anderen Disziplin gibt es so oft drei ungültige Versuche bei der Anfangshöhe.

Der Stab der Zehnkämpfer ist zwischen 4,60 und 5,20 Meter lang und besteht aus Glasfieber oder Kohlefaser. Stäbe gibt es nicht nur in verschiedenen Längen, sondern auch in verschiedenen Härten, die sich nach dem Körpergewicht, der Anlaufgeschwindigkeit und dem Absprung richten. Die Anlauflänge ist mit 30 bis 45 Metern etwas kürzer als beim Weitsprung.

Für 10 Zentimeter erhält der Athlet ca. 30 Punkte.

Beste Leistung beim Zehnkampf: Tim Bright (USA) 5,70 Meter (1988)

Der Zehnkämpfer spürt bei dieser Disziplin oft zum ersten Mal so richtig die Müdigkeit. Kurz vor Ende des Wettkampfs muss er sich aber noch ein letztes Mal konzentrieren und Kräfte mobilisieren, um das 800 Gramm schwere Wurfgerät aus einem gradlinigen Anlauf mit einem Schlagwurf zu beschleunigen. Die Kunst des Speerwerfens liegt darin, dass leichteste Wurfgerät im Zehnkampf optimal im Kern zu treffen, damit es weit segelt.

Der Athlet bekommt für 1 Meter ca. 15 Pkt.

Beste Leistung im Zehnkampf: Leonel Suarez (CUB) 77,47 Meter (2009)

Die Disziplin, vor der die Zehnkämpfer den größten Respekt haben: Nach zwei Tagen Wettkampf mit vielfältigen Belastungsformen muss er noch einmal seine Müdigkeit vergessen und in diesem letzten Lauf physisch und psychisch alles geben. Hier kann der Zehnkämpfer zum ersten Mal Mann gegen Mann kämpfen, da ihm die Zeitabstände zu seinen Gegnern bekannt sind, um sie vielleicht noch einmal abzufangen. Die meisten Zehnkämpfer laufen mit Zeitvorgaben für die ersten 1000 Meter. Danach gilt es, die letzten 500 Meter nur noch durchzuhalten und vielleicht sogar nochmals mit einem Endspurt zu beschleunigen.

Der Athlet bekommt für 5 Sekunden 33 Punkte.

Beste Leistung im Zehnkampf: Herbert Peter (GER) 4:05,05 Minuten (1983)

Top Ten 2017

1. 8663 Freimuth, Rico

2. 8488 Kazmirek, Kai

3. 8294 Brugger, Mathias

4. 8201 Wieland, Luca

5. 8028 Enahoro, Ituah

6. 8009 Stauß, Rene

7. 7873 Blech, Torben

8. 7781 Nowak, Tim

9. 7780 Hutterer, Dennis

10. 7735 Bollinger, Marvin

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