Sieger beim Thorpe Cup 2012: Moritz Cleve, Kai Kazmirek, Lars Heinke, Lars Albert, Matthias Prey, Maximilian Gilde und Lars Albert (Foto: Kenny Beele)

Zehnkampfteam

Thorpe Cup: 8130 Punkte durch Kazmirek und "Hattrick" der deutschen Athleten

Die deutschen Zehnkämpfer haben den "Hattrick" beim Thorpe-Cup perfekt gemacht. Das Team um Einzelsieger Kai Kazmirek, der als 66. deutscher Zehnkämpfer in der Geschichte mit 8130 Zählern überraschend deutlich den ersten "Achttausender" seiner Karriere feiern durfte, setzte sich bei der 19. Auflage des traditionellen Ländervergleichs mit 38.521 Punkten deutlicher als erwartet gegen die US-Auswahl (36.428) durch. Die begehrte Trophäe ging damit zum dritten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt nach Deutschland.

Vor der Rekordkulisse von 5000 Zuschauern an zwei Tagen im Georg-Gaßmann-Stadion der Stadt Marburg, die am Freitag Gastgeber der Gala "100 Jahre olympischer Zehnkampf" gewesen war, demonstrierte US-Weltrekordler Ashton Eaton derweil in ausgewählten Disziplinen gut 14 Tage vor dem olympischen Zehnkampf in London seine Stärke und zeigte sich von den Feierlichkeiten am Vorabend sportlich unbeeindruckt. Der Gold-Favorit lief bei Temperaturen um 19 Grad 10,46 Sekunden über 100 Meter, stieß die Kugel 14,78 Meter weit, überquerte 2,04 Meter im Hochsprung, schleuderte den Diskus 46,54 Meter und freute sich zum Schluss über eine neue Speer-Bestleistung von 61,68 Meter. "Es ging uns nur darum, dass Eaton ein bisschen Abwechslung vom Training erfahren sollte und nicht darum, dass er leistungsmäßig explodiert. Unter diesem Aspekt sind seine Leistungen hervorragend", meinte sein Coach Harry Marra.

Auch die beiden deutschen Olympiastarter zeigten, dass die Form Richtung London stimmt. Der Hallenser Rico Freimuth sprang 7,03 Meter weit, stieß die Kugel auf 13,93 Meter, durchlief die 110-Meter-Hürdendistanz in 14,14 Sekunden, blieb allerdings im Stabhochsprung wegen eines kleinen technischen Fehlers bei 4,45 Meter hängen.  Der Frankfurter Jan Felix Knobel verbuchte 7,14 Meter im Weitsprung, 14,99 Meter mit der Kugel, 46,61 Meter mit dem Diskus und war abschließend mit 4,85 Meter im Stabhochsprung durchaus zufrieden. Auch Weltmeister Trey Hardee, der sich gemeinsam mit Ashton seit über 14 Tagen in Marburg auf Olympia vorbereitet, unterzog sich im Weitsprung (7,27 m), Kugelstoßen (14,95), im Diskuswerfen (47,45 m) und im Stabhochsprung (4,85) einem Leistungstest.

Kazmirek trotz Sturz mit neuer Bestleistung
Innerhalb der Thorpe Cup-Wertung hinterließ Kai Kazmirek einen exzellenten Eindruck. 10,86 Sekunden über 100 Meter folgten 7,40 Meter im Weitsprung. Danach notierte der 21-Jährige 13,42 Meter mit der Kugel, sprang 2,07 Meter hoch und rundete die "erste Halbzeit" mit glänzenden 47,53 Sekunden über 400 Meter ab. Zum Auftakt des zweiten Tages dann ein kleiner Rückschlag: Der Sechste der letztjährigen U23-EM, der wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers nicht an der Olympia-Quali in Ratingen hatte teilnehmen können, strauchelte an der letzten Hürde und rettete sich nach einer "Rolle vorwärts" quasi auf allen Vieren über die Ziellinie. Dennoch reichte es zu unter diesen Umständen guten 14,94 Sekunden, denen er 39,47 Meter mit dem Diskus folgen ließ. Bei sommerlichen Temperaturen um 23 Grad ging es anschießend über die neue Stabhochsprung-Bestleistung von 5,05 Meter – dem ersten Fünf-Meter-Sprung seiner Karriere –, dann folgten starke 56,52 Meter mit dem Speer. Nach 4:35,09 Minuten riss Kai Kazmirek im Ziel die Arme in die Höhe und durfte sich am Ende über sechs neue Bestleistungen freuen. Er dominierte dabei deutlich vor Mannschaftskapitän Matthias Prey, der sich dank eines engagierten 1500-m-Laufs mit 7777 Punkten Rang zwei vor Maximillian Gilde (7687) sicherte, dessen 7,65 Meter am ersten Tag im Weitsprung herausragend waren. Erst dann folgte in Ryan Harlan (7683) der erste Amerikaner. Moritz Cleve (7570) sowie Patrick Spinner (7357) kamen ebenfalls in die Thorpe Cup-Wertung.

Der auf den Einzelsieg favorisierte Olympiasieger Bryan Clay hatte bereits am ersten Tag seine bei den US-Trials erlebte Pechsträhne fortgesetzt. Während der US-Zehnkämpfer bei den Olympiaausscheidungen in Eugene nach drei ungültigen Versuchen mit dem Diskus gescheitert war, bedeutete diesmal der im Hochsprung nach drei ungültigen Versuchen bei der Anfangshöhe von 1,86 Meter die Endstation. 

Alle Ergebnisse aus Marburg

Top Ten 2019

1. 8572 Kaul, Niklas

2. 8444 Kazmirek, Kai

3. 8209 Nowak, Tim

4. 8132 Bechmann, Andreas

5. 8128 Eitel, Manuel

6. 8060 Brugger, Mathias

7. 7964 Vollmer, Maximilian

8. 7834 Ruhrmann, Jan

9. 7653 Hutterer, Dennis

10. 7642 Obst, Florian

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