Die Führende und der Dritte des ersten Tages in Ratingen: Larbi Bouraada (re.) und Jan Felix Knobel (mi.) mit Steffen Kahlert (li.; Foto: Kenny Beele • spofo.de)

Zehnkampfteam

Knobel meistert Teil eins seines "Olympia-Projekts"

Jan Felix Knobel befindet sich nach dem ersten Tag des Erdgas Mehrkampf-Meetings in Ratingen auf dem besten Weg, das Ticket für die Olympischen Spiele in London zu lösen. Mit 4175 Punkten liegt er auf Rang 3 hinter Larbi Bouraada (4439) und Yunior Diaz (4204).

Der Frankfurter fand sich vor 1500 Zuschauern beim erstmals als Abendveranstaltung durchgeführten Zehnkampf zunächst in dem bestätigt, was er im Training erfahren hatte: "Meine Werte sind besser als die vor Götzis", hatte der 23 Jahre alte Frankfurter kurz vor dem Wettkampf geäußert und lieferte bei Temperaturen um 18 Grad in 11,04 Sekunden über 100 Meter gleich eine Bestleistung ab. Danach kam er mit 7,21 Meter bis auf elf Zentimeter an seine Bestleistung im Weitsprung heran, stieß die Kugel auf gute 15,89 Meter und verließ mit geballter Faust die Anlage. Nach 1,94 Meter im Hochsprung, jener Disziplin, die ihm in Götzis zum Verhängnis wurde, lag er immer noch auf Kurs Bestleistung (8288) und meinte: "Ich fühle mich recht locker und entspannt und habe bislang das umsetzen können, was ich mir erhofft hatte." Diese Lockerheit trug ihn abschließend zur neuen 400-m-Bestzeit von 48,89 Sekunden und vorerst 4175 Zählern, die Rang drei bedeuteten. Der U20-Weltmeister von 2008 muss in Ratingen einen Leistungsnachweis von 8000 Zählern erbringen, um sich für Olympia zu qualifizieren. Die Norm von 8200 Punkten hatte er bereits bei seinem achten WM-Platz 2011 in Daegu erreicht. Knobel würde Rico Freimuth und Pascal Behrenbruch folgen, die den Richtwert für London bereits Ende in Götzis übertroffen hatten.

An der Spitze zeichnete sich eine Wiederholung des Vorjahres-Sieges durch Larbi Bouraada ab. Der Algerier war mit erstklassigen 10,58 Sekunden "in die Spur gekommen" und ließ 7,57 Meter in der Sandgrube folgen. Danach beeindruckte er ebenso wie der Kubaner Yordi Garcia mit 2,09 Meter im Hochsprung und festigte damit seine Führungsposition, die er mit 4439 Punkten vor Yunior Diaz (Kuba/4204) behauptete. Der WM-Dritte von 2009, Leonel Suarez, konnte dagegen in guter Position liegend aufgrund von Oberschenkelproblemen nicht mehr zum 400-Meter-Lauf antreten.

Wie erwartet in der nationalen Verfolgerrolle befand sich Matthias Prey. Der U20-Europameister kam allerdings mit 11,24 Sekunden und 7,31 m nicht wie erhofft aus den Startlöchern und hatte als Fünfter nach der "ersten Halbzeit" 4008 Punkte auf der Habenseite. Patrick Spinner (6./3959 Punkte) und Maximilian Gilde (7./3894) mischten im Kampf um den zweitbesten deutschen Zehnkämpfer hinter Knobel allerdings auch noch mit.  Für Simon Hechler, der in Ulm mit 7879 Punkten erfolgversprechend in die Saison gestartet war, kam unterdessen bereits nach dem Kugelstoßen das frühe Aus, nachdem er sich beim Weitsprung im ersten Versuch das Sprunggelenk stauchte.

Eher zäh gestaltete sich der Beginn des ersten Tages für Ex-Hallen-Weltmeister Andre Niklaus, der mit 11,48 Sekunden über 100 Meter und 6,72 Meter weit nur sehr schleppend in den Wettkampf kam und dann zum 400-Meter-Lauf nicht mehr antrat. Von einer 8000er-Form entfernt ist auch Moritz Cleve. Der Wattenscheider mühte sich durch die Konkurrenz und musste sich mit 3831 Punkten begnügen.

Alle Ergebnisse aus Ratingen hier!

Top Ten 2018

1. 8481 Abele, Arthur

2. 8329 Kazmirek, Kai

3. 8304 Brugger, Mathias

4. 8229 Nowak, Tim

5. 8220 Kaul, Niklas

6. 8121 Eitel, Manuel

7. 8048 Enahoro, Ituah

8. 8032 Hutterer, Dennis

9. 8012 Obst, Florian

10. 7547 Bollinger, Marvin

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