Jan Felix Knobel überzeugte nicht nur als bester Speerwerfen in Ratingen, sondern mit einem konzentrierten Zehnkampf (Foto: Kenny Beele • spofo.de).

Zehnkampfteam

Knobel löst souverän das Olympia-Ticket

Jan Felix Knobel hat seinen Worten Taten folgen lassen und beim Erdgas Mehrkampf-Meeting in Ratingen souverän das Olympia-Ticket gelöst. Mit 8228 Punkten lag der Frankfurter Zehnkämpfer als Zweiter hinter dem mit Afrikarekord auftrumpfenden Algerier Larbi Bouraada (8332) über der Olympia-Norm von 8200 Punkten. Der U20-Weltmeister von 2008 folgt damit Rico Freimuth und seinem ehemaligen Trainingskollegen Pascal Behrenbruch, die Ende Mai in Götzis den London-Richtwert übertroffen hatten.

Der 23 Jahre alte Knobel zeigte vor insgesamt 3000 Zuschauern an beiden Wettkampftagen bis auf einen kleinen Hänger im Diskuswerfen einen starken Wettkampf und lag immer auf Kurs Bestleistung, die er mit 8288 Punkten bei seinem 5. Platz 2011 in Götzis verbucht hatte. Gleich drei „Hausrekorde“ – 11,04 Sekunden über 100 Meter, 48,89 Sekunden zum Abschluss des ersten Tages über 400 Meter sowie 14,61 Sekunden über 110 Meter Hürden – sorgten dafür, dass der Olympia-Kurs so gut wie nie in Gefahr geriet. Zweitbester deutscher Mehrkämpfer war auf Rang fünf mit Bestleistung von 7720 Punkten etwas überraschend Maximilian Gilde (Hannover).

„Mir fallen Steine vom Herzen. Meine Trainingsleistungen haben aber ein derartiges Ergebnis erwarten lassen, auch wenn es ,Kopfarbeit' für mich war. In Götzis war ich nicht richtig eingestellt, aber hier hat es gepasst! Nach den Hürden, bei denen ich mich mal gerne hinlege, war ich äußerst zufrieden“, meinte Knobel nach seinem Einstand in den zweiten Tag. Mit einem Schrei der Enttäuschung quittierte der Schützling von Trainer Jürgen Sammert allerdings seine anschließenden 43,56 Meter mit der Diskusscheibe. Nach 4,90 Meter im Stabhochsprung hatte er den Rückstand auf den führenden Algerier Larbi Bouraada auf nur fünf Punkte verkürzt und Willi Holdorf, Zehnkampf-Olympiasieger von 1964, meinte: „Der Junge macht hier einen guten Eindruck.“ Den bestätigte er auch bei leicht einsetzendem Regen im Speerwerfen mit glänzenden 71,38 Meter. Im abschließenden 1500-m-Lauf musste er allerdings die Überlegenheit des Afrika-Rekordlers Bouraada anerkennen, der nach dem Speerwurf noch im Hintertreffen lag.

Der Algerier war bereits mit erstklassigen 10,58 Sekunden "in die Spur gekommen" und ließ 7,57 Meter in der Sandgrube folgen. Danach beeindruckte er ebenso wie der Kubaner Yordani Garcia (8005) mit 2,09 Meter im Hochsprung, büßte aber von Disziplin zu Disziplin immer mehr Punkte auf Knobel ein. Der WM-Dritte von 2009, Leonel Suarez, konnte dagegen in guter Position liegend aufgrund von Oberschenkelproblemen nicht mehr zum 400-Meter-Lauf antreten.

Wie erwartet in der nationalen Verfolgerrolle präsentierte sich zunächst Matthias Prey. Der U20-Europameister kam mit 11,24 Sekunden und 7,31 Meter zunächst nicht wie erhofft aus den Startlöchern, trumpfte dann aber über 110 Meter Hürden in 14,56 Sekunden auf und lag spätestens nach einem Diskuswurf von 47,72 m auf Kurs 7800 Punkte.  Danach standen allerdings nur 4,00 m mit dem Stab und 52,30  Meter mit dem Speer auf der Habenseite, sodass der Athlet vom Ahrensburger TV andere vorbeiziehen lassen musste und am Ende hinter Patrick Spinner (7708) „nur“ Siebter wurde (7691).

Simon Hechler, in Götzis mit 7879 Punkten erfolgversprechend in die Saison gestartet, hatte bereits am ersten Tag wegen einer im Weitsprung erlittenen Stauchung des Sprunggelenks aufgeben müssen. André Niklaus konnte seine in Ulm begonnene „Comeback“-Tour unterdessen nicht fortsetzen und trat zum 400-m-Lauf nicht mehr an.

Alle Ergebnisse aus Ratingen!

Top Ten 2019

1. 8572 Kaul, Niklas

2. 8444 Kazmirek, Kai

3. 8209 Nowak, Tim

4. 8128 Eitel, Manuel

5. 8060 Brugger, Mathias

6. 7964 Vollmer, Maximilian

7. 7834 Ruhrmann, Jan

8. 7653 Hutterer, Dennis

9. 7587 Zenker, Fynn

10. 7527 Wolf, Jannis

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