Jan Felix Knobel (Foto: Kenny Beele • spofo.de)

Zehnkampfteam

Knobel: ”Besessenheit ist der Motor, Verbissenheit die Bremse“

Die deutschen Zehnkämpfer im Porträt (1): zehnkampfteam.de stellt unsere olympischen Zehnkämpfer vor den Spielen vor. Den Anfang macht Jan Felix Knobel.

 

Name: Jan Felix Knobel
Alter: 23 Jahre
Verein: Eintracht Frankfurt
Bestleistung: 8288 Punkte (2011)

Größte internationale Erfolge:

  • U20-Weltmeister 2008 in Bydgoszcz
  • Platz fünf beim Mehrkampf-Meeting in Götzis 2011 mit 8288 Punkten
  • WM-Achter 2011 in Daegu mit 8200 Punkte

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Das sagt Jan Felix Knobel …

… zu seiner (unmittelbaren) Vorbereitung auf Olympia:

Nachdem wir in den letzten Wochen viel in Sachen Vorbereitungswettkämpfe unterwegs waren, haben wir die letzten Tage in Kienbaum zur Vorbereitung verbracht. Bei angenehmer Ruhe konnten wir mein gutes Technikgefühl weiter stabilisieren. Schwerpunkte haben wir nicht gesetzt, sondern die Disziplinen vielseitig und abwechslungsreich durchgespielt. Wichtig war es, die ,Spritzigkeit' zu aktivieren, weil ich nicht so der explosive Typ bin. Auf eine Zeit unter elf Sekunden über 100 Meter hinzuarbeiten, hieße im Umkehrschluss, ein gezielteres Sprinttraining zu absolvieren. Der Aufwand, um dann vielleicht eine Zehntelsekunde schneller zu sein, wäre nicht gerechtfertigt. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, diesen Nachteil gegenüber der Konklurrenz von Disziplin zu Disziplin wettzumachen.“


… zu seinen sportlichen Zielen:

Meinen Weg möchte ich in den nächsten Jahren auf jeden Fall weiter im Sport bestreiten. Mein großes Ziel ist, eine Medallie bei den Olympischen Spielen 2016. Am Tag nach dem olympischen Zehnkampf in London würde ich deshalb in den Zeitungen gerne lesen: ,Knobel nimmt Anlauf für 2016!' “ 


… zu seinen Stärken und Schwächen:

Im Allgemeinen bin ich ein sehr ehrgeiziger Mensch. Egal ob Sport oder Studium, Schule etc.: Ich bin immer darauf eingestellt, maximale Leistung zu bringen. Das ist natürlich sehr positiv und gibt bei Erfolg auch immer neue Motivation. Allerdings birgt es auch die Gefahr, dass man sich ,verrennt' und viel Energie opfert. Ich habe in der Vergangenheit Schwierigkeiten gehabt, die richtigen Gewichtungen zu setzen, auch mal zurückzustecken. Besessenheit ist der Motor, Verbissenheit die Bremse. In den letzten Jahren habe ich vor allem daran gearbeitet, ruhiger und gelassener zu werden. Aber ich bin noch nicht soweit wie ich sein will. Zu oft lasse ich mich von unwichtigen Dingen ablenken und ärgern. Ich bin ein Mensch, der generell die Dinge hinterfragt und sich einbringen will. Als Athlet passt diese Haltung nicht immer.“


… zu möglichen Ritualen und der Unterstützung vor Ort:

”Ich habe vor dem Wettkampf eigentlich keine besonderen Rituale – auch im Wettkampf nicht. Ich konzentriere mich ganz auf den Wettkampf. Künstliche Ablenkung brauche ich nicht. Von meinem privaten Umfeld reist niemand mit nach London. Familie und Freunde verfolgen die Wettkämpfe am heimischen Fernseher. Ich bin mir aber ihrer Unterstützung sicher und weiß, dass sie in Gedanken und am Fernseher bei mir sind. Zuhause sind sie sicher aufgehoben (schmunzelt).“


… zu seinem bislang sportlich bewegendstem Moment:

Natürlich wird der erste 8000er immer in Erinnerung bleiben, allerdings war auch die Qualifikation für die Olympischen Spielen über Ratingen ein sehr emotionales Erlebnis. In Ratingen konnte ich zum erstmal einen Wettkampf erfolgreich abschließen und mich gleichzeitig direkt für Olympia qualifizieren.“


… zu seinen ersten ”Gehversuchen“ in der Leichtathletik:

”Mit sechs Jahren habe ich meine ersten Schritte auf einer Laufbahn gemacht. Seit diesem Tag an habe ich immer sehr vielseitig Sport getrieben. Mein Glück war, dass ich stets Trainer hatte, die sehr darauf aus waren, einen jungen Menschen vielseitig auszubilden und zu entwickeln. Da ich meist mit Älteren zusammentrainierte, hatte ich auch immer den Willen, da besser zu werden. Als Zwang habe ich den Mehrkampf nie betrachtet, wohl eher als Leidenschaft. Mir hat es schon immer Spaß gemacht vielseitig zu trainieren, um Abwechslung zu haben.“


… zu seinem ”Leben“ neben dem Sport:

”Hobbys kann ich momentan nicht nachgehen, da der Sport zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Zeit, die man neben dem Sport hat, verbring man gern mit Freunden und Familie. Meine kreative Ader habe ich in meinen Studiengang integriert. Als Nahziel der Dualen Karriere sehe ich den Bachelor der Architektur. Wie ich mich danach weiter orientiere, habe ich heute noch nicht entschieden.“

Top Ten 2019

1. 8572 Kaul, Niklas

2. 8444 Kazmirek, Kai

3. 8209 Nowak, Tim

4. 8132 Bechmann, Andreas

5. 8128 Eitel, Manuel

6. 8060 Brugger, Mathias

7. 7964 Vollmer, Maximilian

8. 7834 Ruhrmann, Jan

9. 7653 Hutterer, Dennis

10. 7642 Obst, Florian

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