Führt nach Tag 1 in Marburg: Kai Kazmirek (Foto: Kenny Beele)

Zehnkampfteam

Deutsche Zehnkämpfer auch dank Kazmirek vorne

Angeführt von einem stark auftrumpfenden Kai Kazmirek haben die deutschen Zehnkämpfer die Chancen auf einen "Hattrick" beim Thorpe Cup gewahrt.

Das deutsche Team um den 21 Jahre alten Mehrkämpfer von der LG Rhein-Wied lag nach dem ersten Tag der 19. Auflage des traditionellen Ländervergleichs mit 19.894 Punkten 396 Zähler vor der Auswahl der USA. Damit erhielt sich das deutsche Team die Chance, die begehrte Trophäe zum dritten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt zu gewinnen. Die Führung in der Einzelwertung übernahm mit der persönlichen "Halbzeit-Bestleistung" von 4295 Punkten überraschend Kazmirek vor dem Amerikaner Gray Horn (4007) und dem Kapitän der deutschen Mannschaft Matthias Prey (Ahrensburg/3986).

Vor der Rekordkulisse von 2000 Zuschauern im Georg-Gaßmann-Stadion der Stadt Marburg, die am Abend zuvor Gastgeber der Gala "100 Jahre olympischer Zehnkampf" war, demonstrierte US-Weltrekordler Eaton Ashton derweil in ausgewählten Disziplinen gut 14 Tage vor dem olympischen Zehnkampf in London seine Stärke und zeigte sich von den Feierlichkeiten am Vorabend sportlich unbeeindruckt. Der Gold-Favorit lief bei Temperaturen um 19 Grad 10,46 Sekunden über 100 Meter, stieß die Kugel 14,78 Meter weit und überquerte 2,04 Meter im Hochsprung. Auch die beiden deutschen Olympiastarter zeigten, dass die Form Richtung London stimmt. Der Hallenser Rico Freimuth sprang 7,03 Meter weit und stieß die Kugel auf 13,93 Meter, der Frankfurter Jan Felix Knobel verbuchte 7,14 Meter im Weitsprung und 14,99 Meter mit der Kugel. Beide überprüften am Sonntag noch in weiteren Disziplinen ihre Form. Auch Weltmeister Trey Hardee, der sich gemeinsam mit Ashton seit über 14 Tagen in Marburg auf Olympia vorbereitet, unterzog sich im Weitsprung (7,27 m) und Kugelstoßen (14,95) einem Leistungstest.

"Salto nullo" von Bryan Clay
Innerhalb der Thorpe-Cup-Wertung hinterließ Kai Kazmirek zunächst einen hervorragenden Eindruck. 10,86 Sekunden über 100 Meter ließ er 7,40 Meter im Weitsprung folgen, notierte 13,42 Meter mit der Kugel auf der Habenseite, sprang 2,07 Meter hoch und rundete einen starken ersten Tag mit glänzenden 47,53 Sekunden über 400 Meter ab. Damit verfügte der Sechste der letztjährigen U23-EM, der wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers nicht an der Olympia-Quali in Ratingen hatte teilnehmen können, bereits über einen komfortabelen Vorsprung. Der eigentlich für den Einzelsieg "vorgesehene" Olympiasieger Bryan Clay setzte dagegen seine bei den US-Trials erlebte Pechsträhne fort. Nachdem der US-Zehnkämpfer bei den Olympiaausscheidungen in Eugene nach drei ungültigen Versuchen mit dem Diskus gescheitert war, bedeutete diesmal der im Hochsprung nach drei ungültigen Versuchen bei der Anfangshöhe von 1,86 Meter die Endstation. 

Die deutschen Mehrkämpfer zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung, verzeichneten nur wenige Schwachpunkte und dürften in dieser Form gute Chancen auf den Sieg besitzen. Von vielen guten Einzelleistungen ragten neben den Ergebnissen von Kazmirek vor allen Dingen die 7,65 Meter im Weitsprung durch Maximillian Gilde heraus.

Top Ten 2019

1. 8572 Kaul, Niklas

2. 8444 Kazmirek, Kai

3. 8209 Nowak, Tim

4. 8132 Bechmann, Andreas

5. 8128 Eitel, Manuel

6. 8060 Brugger, Mathias

7. 7964 Vollmer, Maximilian

8. 7834 Ruhrmann, Jan

9. 7653 Hutterer, Dennis

10. 7642 Obst, Florian

TEAM-App für Smartphones